Mainzer Rhein-Zeitung,
02.04.2004

Langer Weg vom Korn zum Brot
Schüler erkunden integrierten Getreideanbau

HECHTSHEIM       Landwirtschaft hautnah erleben - dazu hat derzeit die Klasse 7a der Hauptschule Mainz-Lerchenberg die Gelegenheit. Im Rahmen des Projektes „Schule und Bauernhof“ verfolgen die Schüler eine Saison lang den integrierten Anbau von Getreide. Nach der Gersten-Aussaat vor einigen Wochen legen die Schüler zusammen mit ihrem betreuenden Landwirt Hans-Peter Zehe nun auf einem Feld Winterweizen an, um die Wirkung von Dünger und Pflanzenschutzmitteln zu erproben.
Mit einem etwa 40 mal 40 Zentimeter großen  Rahmen sollen die Jungen und Mädchen zunächst die Weizenpflanzen und dann die Unkräuter zählen und bestimmen. Die Jugendlichen sind mit Feuereifer bei der Sache: „Wir haben schon sechs Unkräuter gefunden“, meldet Nicole Wienckowski. Ehrenpreis, Ackerstiefmütterchen und sogar eine kleine Zuckerrübe aus dem Vorjahr haben sich zwischen die Weizenpflanzen verirrt. „Durch diese  Zahlen erfahren wir, ob und wie viel Dünger und Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden müssen“, erklärt Zehe.
In den vier Versuchsparzellen lassen die Jugendlichen den Weizen ohne Zusatz, nur mit Dünger, nur mit Pflanzenschutz oder mit beidem wachsen. Zehe weiter: „Bei der Ernte können die Schüler deutlich den Unterschied zwischen den vier Parzellen sehen“. Und um den Weg zu vervollständigen, wird die Klasse auch einen Teil des selbst angebauten Getreides mahlen und daraus Brot backen.
Klassenlehrerin Ute Voß reizt besonders die Vielseitigkeit des Themas: „Man kann in vielen Fächern an diesem Projekt arbeiten: In Biologie werden die Pflanzen bestimmt. In Mathe berechnen die Schüler, wie viel Saatgut für einen bestimmen Ertrag auf einer bestimmen Fläche benötigt wird und wie viel der Dünger und die Pflanzenschutzmittel für dieses Feld kosten.“ Auch in einem Internet-Projekt wollen die Schüler ihre Arbeit vorstellen.

Das Projekt „Schule und Bauernhof“ wurde von der „Arbeitsgruppe integrierter Landbau“ (AGIL) initiiert. In dem Verein haben sich Landwirte zusammen geschlossen, die einen naturnahen, schonenden  Landbau betreiben. Von den Schülern fühlt sich zwar keiner zum Beruf Landwirt hingezogen. Aber das ist auch nicht das vorrangige Ziel für Zehe:“ Ich möchte den Jugendlichen die Landwirtschaft al Nahrungsmittelproduktion näher bringen und ihnen zeigen, dass der Boden unser wichtigstes Kapital und nicht unbegrenzt ausbeutbar ist.“(bkl)








Presseartikel
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Mainzer Rhein-Zeitung,
02.04.2004
 

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