Was ist integrierter Landbau ?

Integrierter Landbau verknüpft alle produktionstechnischen Teilbereiche in Überlegungen, Entscheidungen und Durchführung so, dass die Ökologie im weitesten Sinne geschont oder gefördert wird, ohne dabei die Wirtschaft-lichkeit der Produktion, also die Ökonomie zu vernachlässigen. Ökonomie und Ökologie werden gleichrangig betrachtet.

Oder anders ausgedrückt: Integrierter Landbau ist eine Form der Landwirtschaft, in welcher alle wissenschaftlich belegten Hilfsmittel konsequent verwendet werden, um die Pflanzen
leistungsstark und gesund anzupflanzen und gleichzeitig einen Beitrag zur Schonung des Naturhaushaltes zu leisten. So werden z.B. wissenschaftlich abgesicherte Schadensschwellen im Pflanzenschutz eingesetzt sowie ein computergesteuertes Düngesystem in die Praxis umgesetzt. Neben diesen betrieblichen Leistungen tragen AGIL-Landwirte im besonderen ihren Teil zum Erhalt der Agrarlandschaft bei. So werden u.a. Rückzugsräume für freilebende Tiere geschaffen und wertvolle Lebensräume geschützt.


Integrierter Landbau fordert vom Landwirt:

- umweltschonende Erzeugung
- Einsatz wissenschaftlich optimierter Anbaumethoden
- Bekämpfungsschwellen im Pflanzenschutz
- Bilanzierung der Nährstoffe
- umfassende Datenaufzeichnung
- intensive Weiterbildung

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Was sind die Grundlagen des integrierten Anbaus ?

In Rheinland-Pfalz gab es für jede Produktionsrichtung (Ackerbau, Obstbau oder Weinbau)
Richtlinien der staatlichen landwirtschaftlichen Beratung, welche den umweltschonenden und integrierten Anbau zum Beratungsziel hatten. Hierauf aufbauend haben die Landwirte bei AGIL e.V. die AGIL-Unterlagensammlung entwickelt. Diese wird fortwährend die aktuellen Erkenntnissen angepasst und dient als Grundlage für den Agil Betrieb.

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Wichtige Grundsätze und Arbeitsweisen für den AGIL Betrieb

  1. Ganzheitliche Denkweise des Landwirtes, Fläche – Betrieb – Landschaft – Gesellschaft. Dies bedeutet, dass sich AGIL-Landwirte der Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft und gleichzeitig auch gegenüber ihrem Betrieb bewußt sind. Durch enge und konstruktive Zusammenarbeit sollen neue Anbau- und Vermarktungsstrategien entwickelt werden, welche für den Betrieb ökonomisch richtig sind und von der Gesellschaft akzeptiert werden.

  2. Arbeiten des Betriebes in einem Agrarökosystem und strenge Beachtung von dessen Grundsätzen. AGIL-Landwirte wissen, dass sie in sehr sensiblen Agrarlandschaften wirtschaften und stimmen ihre Wirtschaftsweise auch auf diesen Lebensraum ab.

  3. Alle Maßnahmen im Pflanzenschutz sind aufeinander abgestimmt, d.h. kombinierter Einsatz von vorbeugenden pflanzenbaulichen Maßnahmen sowie biologischen, biotechnischen und mechanischen Pflanzenschutzverfahren. Erst bei Versagen der vorbeugenden und ergänzenden Maßnahmen können im Pflanzenschutz gezielte chemische Verfahren am Ende einer Entscheidungskette eingesetzt werden. Die Maßnahmen und ihr Erfolg werden dokumentiert und müssen jeder Zeit nachvollziehbar sein.

  4. Einhaltung ausgeglichener Nährstoffkreisläufe. Im Interesse der Bodenfruchtbarkeit und angepaßt an den Bedarf werden die Pflanzen exakt und dosiert ernährt. Nährstoffausträge werden weitestgehend vermieden. Alle Maßnahmen werden dokumentiert und bilanziert und müssen jeder Zeit nachvollziehbar sein

  5. Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit durch abgestimmte Fruchtfolgen und entsprechende Verfahren der Bodenbearbeitung. Der Boden ist das Kapital des Betriebes. Durch Verwendung bodenschonender Bearbeitungsverfahren und verträglicher Fruchtfolgen wird ein maximaler Bodenschutz gewährleistet.

  6. Schonung und Erhaltung einer vielgestaltigen Umwelt. Gleichrangig zu umweltschonenden Verfahren auf der Fläche möchten AGIL-Landwirte auch die Agrarlandschaft mit ihren Lebensräumen weitestgehend schützen und erhalten. Hierzu gehört die Anlage von Rückzugsgebieten für freilebende Tiere, die Schaffung von Rückzugsflächen für gefährdete Pflanzenarten, die Zusammenarbeit mit Fachleuten unterschiedlichster Gruppen, um z.B. besondere Vorhaben zum Schutz von Rebhuhn, Feldhase oder Feldhamster durchzuführen. Daneben spielt das Verständnis für Landwirtschaft und Umwelt eine große Rolle.

  7. Beachtung der Wirtschaftlichkeit der Verfahren. Natürlich können solche Ansätze wie der integrierte Ackerbau nur dann umgesetzt werden, wenn sie den ökonomischen Bedürfnissen des Betriebes entsprechen. Deshalb ist der integrierte Landbau ein dauernder Ausgleich zwischen ökologischen und ökonomischen Ansprüchen und somit ein ständig fließender Prozeß. Ökonomie und Ökologie werden von AGIL-Landwirten gleichrangig bewertet.

  8. Rücksichtnahme auf die Anforderungen der Gesellschaft. Landwirtschaft unterliegt ständig der kritischen Beobachtung und Bewertung der Gesellschaft. Sicher ist unbestritten, dass man Landwirtschaft braucht. Andererseits hat auch die Gesellschaft hinsichtlich der Erzeugung von Nahrungsmitteln und Rohstoffen Ansprüche an die Landwirtschaft. Wir sind sicher, dass das AGIL-Modell eine geeignete Alternative darstellt, um die vielfältigen Ansprüche zu befriedigen.

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